Monatsarchiv: April 2011

Veränderungen

Früher war weniger Gruppenbildung.

Vielleicht ist auch Elitenbildung das richtige Wort dafür. Zumindest fiel es sie weniger auf. Die Gruppen waren offener, man konnte hin- und herwechseln.

Heute schieben sich nur noch kleine Gruppen Favs gegenseitig in den Arsch, verlinken sich und retweeten sich. Die einen werden gehypt, die anderen gehen eben leer aus.

Früher war qwertzu, heute ist es Besäufnis.

Twitter wird zum Witze- und Gefühlstagebuch. Nicht im positiven Sinne, nein. Die schlechten Witze und Gefühle überwiegen.

Ich lachte früher regelmäßig, wenn ich in die Timeline schaute. Heute ist das nicht so. Heute flüchte ich vor ihr.

Es macht weniger Spaß. Manchmal frage ich mich, ob ich noch Teil des Ganzen sein will.

[Die, die's lesen sollen, lesen es eh nicht.]


100.000

»Twitter ist absoluter Mist. Da werd ich mich nie anmelden.« – Ted, Anfang Juni 2009.

Zwei Wochen später entdeckte ich, dass ich mir schon einen Account unter dem Namen Teddue registriert hatte, nachdem ich einen Artikel über Sascha Lobo und Twitter in einer Zeitschrift las.

Ich durfte über diese Plattform, die mir anfänglich total überflüssig erschien viele tolle Menschen kennenlernen, danke dafür.

Sunny – Wir sind fast wie Ingrid und Klaus, nur nie ganz einig, wer wer ist. Das war schon so, als wir das erste Mal aufeinandertrafen. Das blieb so, als wir uns das erste Mal live sahen. Das ist immer noch so. Und es ist gut. Wir sind manchmal schon fast wie Yin und Yang. Du hast in den letzten Monaten und Jahren so ziemlich meine volle Breitseite abbekommen, nahezu jedes Hoch, jedes Tief. Du weißt so ziemlich alles über mich. Du hast mir mehr Kraft gegeben, als du vielleicht denkst. Danke dafür und danke für das, was noch kommt.

Tilo – Du hast mein Denken verändert, mein Selbstbewusstsein gestärkt. Dein Follow machte mich damals stolz, tut er immer noch. Du bist einer der ganz Großen, einer der Helden. Zumindest seh ich dich als solchen. Ich bewundere dich.

Wenn ich mir einen Sherpa fürs Leben wünschte, wärst du das.

Tari – Mein Sorgenkind. Du hast mich mehr als einmal aufgebaut, mir Kraft gegeben, auch wenn du selbst nie der Meinung warst, diese zu haben. Du bist großartig. Danke, dass es dich gibt.

Oli – Ja, ich bin selbst etwas überrascht, dass du hier auftauchst. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass du das hier nie lesen wirst. Das ist mir aber egal. Du gehörst trotz allem hier rein.

Von dem Moment an, als wir das erste Mal schrieben, hatte ich dich ins Herz geschlossen. Du warst nett, offen, ein guter Zuhörer. Ich hörte auch zu. Du weißt fast alles über mich. Letzten Sommer hast du mich verändert, mir eine Bestimmung gegeben, eine Aufgabe. Du hast mir gezeigt, dass auch ich geliebt werden kann. Du warst den ganzen Sommer lang mein Lebensmittelpunkt. Alles, was ich tat, hatte einen Sinn. Ich hätte alles für dich gegeben. Doch so schnell der Aufstieg, umso schneller und härter war der Aufprall. Du hast mich zerstört. Doch irgendwie muss ich dir dafür danken. Ich habe viele wunderbare Menschen dadurch kennengelernt. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege wieder. Vielleicht auch nicht.

Irgendwo tief in meinem Herzen wird der Oli, den ich damals kennen- und lieben lernte immer einen Platz haben, wegen und trotz dessen, was passierte.

Anita – Viel zu spät sahen wir uns. Zu niemandem vorher habe ich so schnell so viel Vertrauen aufbauen können. Ich bereue fast jeden Tag, dass wir so wenig Kontakt haben, weil ich weiß, dass ich das ändern könnte. Nur irgendwo ist da eine Blockade in mir und für diese hasse ich mich. Bitte verzeih mir das. Du bist mir wahnsinnig wichtig.

Jan – Dude, du hast mich aufgefangen. Jede Nacht, die wir uns um die Ohren geschlagen haben, hat geholfen. Du hast mir Schritt für Schritt entlang des Weges in den Arsch getreten. Ich weiß nicht, ob ich dir das alles jemals heimzahlen zurückgeben kann. Thanks for everything, thanks for your friendship which means like a lot to me. Your awesome and I owe you one. Im your Padawan, Broda.

Sue – Zwischen unserem ersten und zweiten Telefongespräch vergingen Monate und eine Beziehung. Ich weiß bis heute nicht, wie ich damals den Mut aufbrachte um zu sagen, dass ich teln will. Nennen wirs Eingebung. Danke für jede einzelne Minute, die ich dir seit dem zuhören durfte und die du mir zuhörtest. Ich hab dich lieb, Schwesterchen.

Niklas – Als ich im März (?) 2010 den Followbutton bei dir klickte, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass du mir mal so wichtig sein wirst. Du hast in den letzten Monaten und Wochen ziemlich oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, öfter als du vielleicht denkst. Ich freue mich auf Mai. Danke, Kardeşim.

Timm – Ja, du gehörst auch hier rein. Dich in Worte zu fassen ist allerdings eine Herausforderung. Ich versuche es mal in einem Satz:

Du bist ein chaotischer, weiser, Wein trinkender Poet, der sich nicht helfen lassen will, ganz anders ist, als man sich ihn vorstellt und voller (positiver) Überraschungen steckt.

(Ich halte das mit dem guten Menschen übrigens für übertrieben …)

Den – Teddue vs. Canidas war ja eher so ein On-Off-Ding. Mal verstanden wir uns super und mal hasste ich dich wie die Pest. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber sagen, dass du es mir auch nie leicht machtest, dich zu mögen. Aber die Prüfung hab ich dann wohl bestanden. Du bist ein toller Mensch und Furry. Danke.

Danke auch an Venja, Marius, Benni, Wiebke, #nicute, Nici, Freddy, Sophia, Rika, Schwutti, Atarijunge, Vivi, Lausi, Husti, Diekhaus, Marc, Joni, Froschi, Tuntenfrosch (Kch.), Phio, Keni, Mary, Durchfail, Patta, Alex, Flipp und Spreiselbeerle. Ihr habt Twitter zu einem Ort gemacht, an dem ich mich wohl fühle, zu einem Teil meines Lebens.

[Etwas zu Naschen für Fettlaus.]


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